Die Kopfbedeckung
als Zeichen der Unterordnung
Auszug aus: Der biblische Weg für die gläubige Frau
von Rudolf
Ebertshäuser gekürzt von Th. Gebhardt.
Die göttliche Verordnung für die gläubigen Frauen finden wir
in 1.Kor 11:1-16:
1 Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich [Nachahmer] des Christus bin! 2 Ich lobe euch, Brüder, dass ihr in allen Dingen meiner gedenkt und an den Überlieferungen festhaltet, so wie ich sie euch übergeben habe.
3 Ich will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt jedes Mannes ist, der Mann aber das Haupt der Frau, Gott aber das Haupt des Christus.
4 Jeder Mann, der betet oder weissagt und etwas auf dem Haupt hat, schändet sein Haupt. 5 Jede Frau aber, die mit unbedecktem Haupt betet oder weissagt, schändet ihr Haupt; es ist ein und dasselbe, wie wenn sie geschoren wäre! 6 Denn wenn sich eine Frau nicht bedecken will, so soll ihr auch das Haar abgeschnitten werden! Wenn es aber für eine Frau schändlich ist, sich das Haar abschneiden oder abscheren zu lassen, so soll sie sich bedecken.
7 Denn der Mann darf das Haupt nicht bedecken, weil er Gottes Bild und Ehre ist; die Frau aber ist die Ehre des Mannes. 8 Denn der Mann kommt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann; 9 auch wurde der Mann nicht um der Frau willen erschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen. 10 Darum soll die Frau [ein Zeichen der] Macht auf dem Haupt haben, um der Engel willen.
11 Doch ist im Herrn weder der Mann ohne die Frau, noch die Frau ohne den Mann. 12 Denn gleichwie die Frau vom Mann [kommt], so auch der Mann durch die Frau; aber das alles [kommt] von Gott.
13 Urteilt bei euch selbst, ob es schicklich ist, dass eine Frau unbedeckt zu Gott betet! 14 Oder lehrt euch nicht schon die Natur, dass es für einen Mann eine Unehre ist, langes Haar zu tragen? 15 Dagegen ist es für eine Frau eine Ehre, wenn sie langes Haar trägt; denn das lange Haar ist ihr anstelle eines Schleiers gegeben. 16 Wenn aber jemand rechthaberisch sein will – wir haben eine solche Gewohnheit nicht, die Gemeinden Gottes auch nicht.
Zu Beginn dieses Abschnittes lobt der Apostel Paulus die Bereitschaft der Korinther, an den apostolischen Überlieferungen festzuhalten, die er ihnen übergeben hatte. Diese Bereitschaft erwartet Gott auch von uns, denn die apostolischen Überlieferungen sind nicht etwa leere menschliche Tradition (wie die Überlieferungen der jüdischen Alten; Mt 15:2), sondern der Apostel hat sie direkt von Gott empfangen, um sie den Gemeinden als bleibendes Fundament weiterzugeben (vgl. 1.Kor 15:1-3; Gal 1:11; 2.Thess 2:15; 2.Thess 3:6; Judas 1:3). Diese apostolischen Überlieferungen finden wir in den inspirierten Apostelbriefen, und ihnen schulden wir unzweideutigen Gehorsam!
Als erstes beginnt Paulus mit einer Lehre über Gottes geistliche Ordnung und Rangfolge der Autorität. Gott will, dass wir um diese Ordnungen wissen, damit unsere Befolgung Seiner Gebote aus geistlicher Einsicht geschieht. Der Christus ist das Haupt jedes Mannes, der Mann aber das Haupt der Frau. Wir sehen hier eine Grundordnung der Autorität.
Hier geht es nicht um Mann und Frau in der Ehe, sondern um eine von Gott verordnete geistliche Autoritätsabstufung in Christus. Jeder gläubige Mann hat den Christus als Haupt, dem er sich unterordnen soll, dem er in allem zu folgen hat. Der Mann ist das Haupt der Frau – das bedeutet in bezug auf das Gemeindeleben im weitesten Sinn, dass der Mann die geistliche Autorität in der Gemeinde ausübt und die Frau sich in der Gemeinde unterordnen soll. Noch einmal: Hier ist nicht von Ehemännern und ihren Ehefrauen die Rede, sondern von Mann und Frau als erlösten Geschöpfen in ihrer Autoritätsbeziehung zu Christus.
Paulus zeigt hier auch, dass unser Herr Jesus Christus, der Sohn des Menschen, Gott als seinem Oberhaupt untergeordnet ist und sich Ihm freiwillig unterordnet. Damit ist Er ein wunderbares Vorbild für uns, die Seinen, die Er zur Unterordnung anleitet. Er hat sich in Seinem Wandel auf Erden in allem dem Vater untergeordnet, um allein den Willen des Vaters zu tun, und Er ordnet sich Seinem Gott unter als der Gesalbte (vgl. 1.Kor 15:25-28). Wenn Er, der Gott und Herr ist, sich so unterordnet - sollten wir es nicht umso williger und entschiedener tun, die wir bloß nichtige Geschöpfe sind?
In V. 4-6 kommt Paulus auf bestimmte Missstände zu sprechen, die sich in Korinth offensichtlich zugetragen hatten und die der gerade offenbarten geistlichen Ordnung Gottes zuwiderliefen. Männer (wahrscheinlich Juden, die nach alter Sitte eine Kopfbedeckung im Gottesdienst trugen) hatten gebetet und geweissagt mit bedecktem Haupt, während Frauen mit unbedecktem Haupt gebetet und geweissagt hatten.
Zunächst erklärt Paulus den Korinthern, dass sie damit gesündigt hatten. Ein Mann, der mit bedecktem Haupt betet und weissagt, schändet oder verunehrt sein Haupt, nämlich Christus. Er hat ein unsichtbares Haupt im Himmel, und wenn er das Zeichen der Unterordnung unter eine sichtbare Autorität trägt, dann verunehrt das die Autorität des Christus. Eine Frau, die mit unbedecktem Haupt betet und weissagt, verunehrt ihr Haupt, nämlich den Mann, weil sie das sichtbare Zeichen ihrer Unterordnung unter ihr Haupt, den Mann, abgelegt hat.
Hier müssen wir zum Verständnis klären, worauf sich diese Aussagen beziehen. Beten und Weissagen kann man nur in der Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. Es geht hier also nicht um das rein persönliche Gebet der Frau, sondern um ihr Auftreten in Gemeinschaft mit anderen Christen. Es geht auch nicht um das Zeugnis des Evangeliums vor Ungläubigen, denn das wird nicht als "Weissagen" bezeichnet. Der Bezugsrahmen dieser Aussagen ist das gemeindliche Leben im weitesten Sinn. Also sowohl häusliche Zusammenkünfte, Familienandachten, Haus- und Gebetskreise usw.
Wenn in einem solchen Rahmen eine Frau unbedeckt betet und weissagt, nimmt sie den Platz des Mannes ein und entehrt damit ihr Haupt, den Mann. Damit ist m.E. nicht nur ihr eigener Ehemann gemeint, sondern auch allgemein der Mann als Träger der Autorität des Christus in der Gemeinde, wie auch die folgenden Verse zeigen. Eine Frau, die ohne Kopfbedeckung als das Zeichen der Unterordnung unter die Autorität des Mannes vor anderen betet oder weissagt, maßt sich dieselbe Stellung und Autorität an wie der Mann; sie sündigt damit gegen Gottes Ordnung und sollte eigentlich so behandelt werden, wie man damals eine zuchtlose, freche Frau behandelte, die die Gesetze gebrochen hatte: sie wurde mit geschorenem Haar öffentlich angeprangert.
In V. 4-6 hat Paulus noch keine grundsätzliche Lehre über die Kopfbedeckung gegeben. Er hat zwei Verstöße gegen Gottes Ordnung in Korinth kommentiert. Nun erst, in den V. 7-10, kommt die eigentliche geistliche Begründung, warum die gläubige Frau eine Kopfbedeckung tragen soll und der Mann nicht. Hier sollten wir gut hinhören und genau darauf achten, was Paulus nun lehrt.
Die Begründung liegt, wie in allen anderen Aussagen zur Frauenfrage, nicht in zeitgebundenen Sitten und kulturellen Gebräuchen. Der Grund für die Kopfbedeckung der Frau liegt in Gottes geistlicher Gemeindeordnung und in der Schöpfungsordnung! Wie in Epheser 5 finden wir auch hier wieder Gottes Gedanken der Abbildhaftigkeit von Mann und Frau für geistliche Realitäten. Auch wenn wir diese Gedanken nicht völlig verstehen mögen - wenn wir Ihn, den allmächtigen und allweisen Gott lieben und ehren, dann werden wir Seine Ordnungen willig einhalten und danach trachten, sie tiefer zu erkennen. Wenn es Gott in Seiner Weisheit gefällt, durch unser Verhalten Seine Gedanken zum Ausdruck zu bringen und Seine Ordnungen zeugnishaft zu demonstrieren, dann wollen wir Ihm gehorchen, ohne zuvor alles genau wissen zu wollen.
Der Mann in Christus ist Gottes Bild und Ehre. Der Mann ist berufen, Gott durch sein Verhalten zu ehren; er soll darüber hinaus Gottes Herrlichkeit und Autorität abbildhaft darstellen. Deshalb darf er sein Haupt nicht bedecken, wenn er mit anderen Gläubigen vor Gott erscheint. Gott ist die höchste Autorität und hat niemand über sich. Wenn der gläubige Mann Gottes Ehre darstellt, dann darf er diese Ehre und Autorität nicht schänden durch ein Zeichen der Unterordnung, als sei Gott jemandem unterworfen. Ein anderer daraus abgeleiteter Gedanke ist, dass Gottes Ehre und Autorität offenbar sein soll und nicht verhüllt. Es ist nicht in das Belieben und persönliche Ermessen des gläubigen Mannes gestellt, ob er sich bedeckt oder nicht; wenn er es tut, versündigt er sich an Gott!
Die Frau aber ist die Ehre des Mannes. Sie ist berufen, den Mann durch ihr Verhalten zu ehren; deshalb soll sie seine Stellung als Haupt über ihr anerkennen, indem sie ein Zeichen ihrer Unterordnung trägt, nämlich eine Kopfbedeckung, wenn sie mit anderen Gläubigen vor Gott erscheint. Damit erkennt sie zugleich die Schöpfungsordnung und die geistliche Ordnung Gottes für sich an und nimmt ihren Platz als Frau bewusst ein. V. 8 und 9 zeigen noch einmal, dass die Hauptesstellung des Mannes und die Unterordnung der Frau unter den Mann von Gott so gewollt und bei der Erschaffung von Mann und Frau verwirklicht wurde. Es geht um Gottes heilige und gute Schöpfungsordnung, nicht um zeitbedingte Gebräuche!
Diese Ordnungen Gottes sind der Grund dafür, warum die gläubige Frau ein Zeichen der Macht auf dem Haupt haben soll, um der Engel willen (V. 10). In der Gemeinschaft mit anderen Gläubigen, ob nun in der Gemeindeversammlung oder in anderen Zusammenkünften, soll die Frau ein Zeichen der Autorität (od. Vollmacht) des Mannes auf ihrem Kopf tragen, ein äußerlich sichtbares Zeichen ihrer bewussten Unterordnung unter den Mann und damit unter Gottes Autorität. Hier geht es nicht nur um den eigenen Ehemann, sondern um die Autoritätsstellung des Mannes insgesamt in der Gemeinde; deshalb gilt dieses Gebot für alle Frauen, ob ledig oder verheiratet.
Dieses Zeichen soll die Frau tragen "um der Engel willen". Mit diesem kurzen Satz sind manche Spekulationen verbunden worden. Die beste Auslegung ist sicherlich die, bei welcher Schrift mit Schrift gedeutet wird. Die Kopfbedeckung ist eine sichtbare Bekundung der Unterordnung der Frau unter den Mann und soll diese göttliche Ordnung zeichenhaft darstellen. Das nehmen ganz offensichtlich auch die Engel wahr. Der naheliegendste Bezug zu dieser Aussage ist Eph 3:8-12, wo Paulus als das Ziel seiner Belehrung über das Geheimnis der Gemeinde nennt: "...damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen [Regionen] durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes bekannt gemacht werde..." Hier wird gesagt, dass nach Gottes Ratschluss die Engel an der Gemeinde die große und vielfältige Weisheit Gottes erkennen sollen.
Wenn sie nun die versammelte Gemeinde oder ein Zusammenkommen von Christen ansehen, so sollen sie am bedeckten Haupt der Frauen erkennen können, dass die Frauen die Schöpfungsordnung Gottes anerkennen und sich nicht den Platz des Mannes anmaßen, wie einst Eva, als sie in Sünde fiel. Wir sehen also: das bedeckte Haupt der Frau ist seinem Wesen nach eine zeichenhafte Anerkennung der von Gott verordneten Autorität des Mannes über der Frau. Dieses Zeichen sollte überall die Zustimmung der erlösten Frauen zu Gottes guter Schöpfungsordnung und zur männlichen Leiterschaft in der Gemeinde demonstrieren. Es dient damit zur Verherrlichung Gottes.
Ausgehend von diesem Wesen der Kopfbedeckung und dem ausdrücklich erwähnten Zeugnis vor den Engeln ist es am folgerichtigsten, dass die Kopfbedeckung immer getragen wird, wenn sich die Gemeinde in ihrer allgemeinen Versammlung oder aber Christen zu besonderen häuslichen Versammlungen zusammenfinden. Das Beten und Weissagen von Frauen in häuslichen Zusammenkünften ist nur ein Sonderfall, wo die fehlende Kopfbedeckung sogar zur ausdrücklichen Schändung des Hauptes der Frau führt; es entspricht aber der Lehre des ganzen Abschnittes am besten, wenn die Kopfbedeckung bei allen Arten von Zusammenkünften von Gläubigen getragen wird. Dazu gehören die Gemeindeversammlungen, wo die Frauen sich nicht beteiligen, sondern schweigen und Gottes Ordnung durch die Kopfbedeckung ehren. Dazu gehören auch Gebetstreffen, häusliche Zusammenkünfte, aber auch Kinderstunden und Familienandachten, wo die Frau u.U. betet oder weissagt und auf jeden Fall auch die Bedeckung tragen soll.
In den V. 11-16 verstärkt Paulus das Gebot der Kopfbedeckung noch durch weitere Argumente, auf die wir nur kurz eingehen können. Er zeigt ihnen, dass es für eine Frau völlig verkehrt und unpassend ist, unbedeckt vor Gott zu kommen, um zu beten: Wenn die Kopfbedeckung ein von Gott verordnetes Zeichen der Unterordnung unter den Mann ist, kommt die Weigerung, sich zu bedecken, einer Auflehnung gegen Gottes Ordnung gleich. Wie will eine Frau Gott nahen und etwas von Ihm erbitten, wenn sie durch ihr Unbedecktsein provokativ Gottes Ordnungen leugnet? Vom Gesamtzusammenhang her ist dabei immer das gemeinschaftliche Gebet der erste Bezug; wieweit eine gläubige Frau die Kopfbedeckung auch bei ihrem persönlichen Gebet tragen will, ist eine Frage der Gewissensführung.
Die oft missverstandenen folgenden Verse bringen einen Vergleich zwischen dem Geistlichen und dem Natürlichen. Gott hat der Frau langes Haar gegeben, um sich schamhaft zu verhüllen und den Blicken der Männer zu entziehen wie mit einem Schleier (hier wird das gr. Wort peribolaion verwendet – das ist ein anderes Wort als das für die "Kopfbedeckung" verwendete, und dieses Wort für "Schleier" deutet eine Umhüllung und Verhüllung des ganzen Gesichts an [peri = um ... herum]).
Das lange Haar spricht von der Zurückhaltung und Tugendhaftigkeit, die der Frau eigen sein sollte, und ist deshalb eine Ehre für sie. Aus diesem Grund ist es für eine Frau in den Augen Gottes auch schändlich, wenn sie sich die Haare abschneidet oder gar abschert (od. rasiert), wie 1.Kor 11:6 bezeugt. Leider wird diese klare Aussage heute von vielen gläubigen Frauen nicht mehr beachtet, die ihre Haare nach den Gesichtspunkten der weltlichen Mode kurz abschneiden, anstatt sie nach dem Willen Gottes so lang wie möglich wachsen zu lassen. Wie traurig ist es, wenn für gläubige Frauen (und auch für ihre Männer, die einen solchen Modeverschnitt oftmals wünschen) das Wohlgefallen und der offenbarte Wille Gottes weniger gewichtig sind als der Beifall der Welt! Möge Gott schenken, dass viele gläubige Frauen sich wieder ganz bewusst ihr Haar lang wachsen lassen zu Seiner Ehre! Dasselbe gilt für gläubige Männer, die dem widergöttlichen Trend zur Verweiblichung widerstehen und ihr Haar bewusst kurz tragen sollten.
Mit der Zurückhaltung und Tugendhaftigkeit, die durch das lange Haar der Frau ausgedrückt wird, ist es aber nicht vereinbar, frech und provokativ mit enthülltem Haupt, einem Mann gleich, vor Gott und anderen Gläubigen aufzutreten. Das ist die Argumentation, die Paulus hier darlegt, und mit der er den Korinthern das Widernatürliche eines solchen Verhaltens der Frauen deutlich machen will.
Es ist völlig verkehrt und unlogisch, wenn manche Ausleger aus diesem Vers ableiten wollen, die Frauen bräuchten keine Kopfbedeckung auf dem Haupt mehr tragen; das lange Haar sei ihnen anstelle einer Kopfbedeckung gegeben worden. Das würde ja bedeuten, dass Paulus alle Männer hätte anweisen müssen, ihr Haar ganz abzurasieren, weil sie sonst ja bedeckt wären und etwas auf dem Haupt gehabt hätten. Auch der V. 6 würde so überhaupt keinen Sinn ergeben; man müsste ihn so lesen: "Wenn eine Frau nicht das Haar auf dem Kopf tragen will, denn soll ihr auch das Haar abgeschnitten werden!" Nein, hier geht es eindeutig um eine sichtbare Bedeckung auf dem Kopf, über dem Haupthaar der Frau, etwas, das das Haupt auch wirklich von oben her bedeckt (entsprechend dem gr. Wort für Bedecken katakalypto = "von oben herab bedecken").
Wie können wir diese Aussagen in Gottes Wort auf unser Leben anwenden? Hier gibt es sicher manche Ermessensfragen, die Raum für persönliche Gewissensentscheidungen der Frauen lassen. Andere Fragen sollten durch die örtliche Ältestenschaft geklärt und festgelegt werden. Ich habe vorher gezeigt, dass im Licht der sehr grundsätzlichen Lehre von V. 7 - 10 die einleuchtendste Auslegung ist, dass die Kopfbedeckung als Zeichen der Unterordnung die ganze Zeit getragen wird, wenn Gläubige sich zur Gemeinschaft versammeln, nicht nur kurz während des Gebetes. Das Zeugnis für Gottes Ordnung vor den Engeln sollte ganz gewiss auch dann abgelegt werden, wenn die ganze Gemeinde sich vor Gott versammelt, um Gottes Wort zu hören. Aber wenn Schwestern das aus Gewissensgründen anders handhaben und sich nur während der Gebetszeiten bedecken wollen, so sollte man das achten.
Aber im Licht des betrachteten Wortes Gottes möchte ich doch alle diejenigen gläubigen Frauen, die sich bisher nicht bedecken, herzlich bitten, ihre Haltung vor Gott einmal zu überprüfen. Ist es nicht im Grunde eine Ablehnung von Gottes Ordnung, die sie hindert, der Anweisung des Wortes zu folgen? Vielleicht gibt es auch Unklarheiten, offene Fragen – aber muß ich als Kind Gottes immer alles völlig durchschauen, bevor ich Gott gehorche? Ist nicht auch ein Widerwillen gegen die "Demütigung" der Kopfbedeckung mit dabei? Der Wunsch, es anderen, "zeitgemäßen" christlichen Frauen gleichzutun, die solch eine "Zumutung" empört von sich weisen würden? Ist es mir gleichgültig, wenn ich vor den Engeln Gottes und vor Gott selbst meinen Ungehorsam und meine Auflehnung gegen Gottes Ordnungen demonstriere, statt zu Seiner Ehre meine bewusste Zustimmung zu Seinen Ordnungen zu bezeugen?
Möge Gottes Geist bei uns allen wirken – uns Männer schließe ich hier bewusst ein, denn auch wir brauchen einen klaren biblischen Stand in diesen Fragen! – möge Gottes Geist bei uns tiefe Einsicht in die Weisheit und Vollkommenheit von Gottes Ordnungen wirken und schlichten, klaren Herzensgehorsam. Unser Herr Jesus Christus hat es so ernst gesagt: "Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote!" (Joh 14:15).
Hier wie bei anderen biblischen Geboten geht es nicht nur um eine äußerliche, widerwillige Befolgung von aufgezwungenen oder angewöhnten Sitten. Gott möchte Gehorsam, aber bewussten, willigen, aus geistlicher Einsicht entspringenden Gehorsam. Die gläubigen Frauen haben das Vorrecht, mit ihrem Schweigen und ihrer Kopfbedeckung in der Gemeinde ein Zeugnis für die Herrlichkeit und Autorität Gottes und des Herrn Jesus Christus abzugeben. Sie dürfen damit zeichenhaft bekunden, dass die Gemeinde Christus, ihr Haupt, ehrt und sich Ihm in allem unterordnet. Möge der Herr schenken, dass es unseren Schwestern eine Ehre und eine Freude ist, dieses Zeugnis aus Liebe zu ihrem Herrn abzulegen!
Ich bin Bruder Rudolf Ebertshäuser sehr dankbar für diese Schrift. Es ist, im Bezug auf die Kopfbedeckung, auch meine Auffassung von dem was uns die Schrift zu diesem Thema sagt. Die Ganze Schrift findet Ihr unter "Der biblische Weg für die gläubige Frau".
Autor: Rudolf Ebertshäuser, hinzugefügt am 28.10.2005
